Ca. im Dezember des Vorjahres trudelt die 1. Anfragemail von Jörg Zimmermann ein, ob auch ich mich wieder anmelden möchte (seit 2009 bin ich dabei). Und klar, so war es auch dieses Mal.
Jugendliche melden sich für die Unterbringung in Gemeinschaftsquartieren an (d.h. für leer geräumte Schulen etc.) und ich mich für ein Privatquartier (d.h. Menschen die mich nicht kennen öffnen ihr Heim und „schenken“ mir eine Schlafmöglichkeit und ein Frühstück).
Das ist für mich schon das 2. Highlight vom Kirchentag: neue Menschen kennen zu lernen.
Dieses Mal hatte ich die Freude mit Rose & Karl aus Kornwestheim – einem älteren Ehepaar – die mich so herzlichen aufgenommen haben: ich kann gar nicht beschreiben wie mich das jedes Mal berührt = große Herzensfreude!
Ein weiterer sehr bemerkenswerter Punkt für die Kirchentage ist für mich die Organisation: ob es der Hauptverantwortliche ist, der 2 Jahre plant (er fängt damit an, sobald der letzte Kirchentag beendet ist), die vielen Ehrenamtlichen (z.B. auch Pfadfinder aus unserer Kirchengemeinde, die den Kirchentagsbesuchern die Wege zeigen, Schilder halten „Veranstaltung geschlossen“ weil sie voll belegt sind usw.) oder eben die Personen, die in ihren Kirchengemeinden die Fahrt organisieren.
Und somit komme ich auf Jörg Zimmermann zu sprechen, der das, schon lange bevor ich dazu gekommen bin, organisiert. Nicht nur das Suchen und Buchen eines Busunternehmens, die Informationsabende vor und nach dem Kirchentag, das Anmelden für den Kirchentag, das Verteilen der Kirchentagsunterlagen;
nein, auch die vielen einzelnen „kleinen“ Bitten und Wünsche der Mitfahrenden möglichst erfüllen zu können: ich bitte nicht in den Doppeldeckerbus, wir bitte als Gruppe in einen Bus, ich bitte mit meiner Freundin in einen Bus, Absagen, Zusagen, ich fahre nur mit (habe meine Unterkunft selbst organisiert) usw. - mein großer Dank geht an Dich!
So, nun noch ein bisschen zum Kirchentag selbst:
jedes Mal ist es ein neues Zurechtfinden vor Ort und doch ähnelt sich vieles.
Ich bestelle über Jörg Z. eine Dauerkarte für den Zeitraum von mittwochs – sonntags. Damit kann ich sämtlichen ÖPNV nutzen, denn die Quartiere sind außerhalb der Stadtmitte (keine Frage bei 10.000 „Gräbele“ wie es dieses Jahr in Stuttgart hieß).
Wir fahren immer sehr früh mit den Reisebussen am Hofgarten Bonn ab. Unser Ziel ist das zugewiesene Gemeinschaftsquartier. Von dort machen sich die anders untergekommenen zu ihrem auf.
Nach einem 1. Kennenlernen und Austauschen machen sich alle Kirchentagsteilnehmenden und Interessierte auf den Weg zu den diversen Eröffnungsgottesdiensten.
Daran schließt sich der Abend der Begegnung an, wo sich die Umgebung und Vereine präsentieren. Nun schnell „ab nach Hause“, denn am nächsten Tag starten die diversen Programme: von Bibelgesprächen über Podiumsdiskussionen, den Markt der Möglichkeiten, künstlerischem wie Kabarett, Führungen, Konzerten und so vielem mehr. Das sehr breitgefächerte Angebot hält für jeden etwas parat.
In meinem 1. Jahr habe ich sogar erst bei der Anreise mein Programm zusammen gestellt. Dieses Jahr gab es zum 2. Mal (neben dem Programmheft = man kann schon Buch dazu sagen und der Internetseite) eine App für das Handy.
Allerdings weiß ich – nun als erfahrene Teilnehmerin – dass ich mein Programm „klein“ halte (1 für vormittags, nachmittags und abends) denn ich muss die Fahrzeiten von A nach B und die vielen anderen Teilnehmer mit einplanen; ebenso, dass ich frühzeitig (je nach dem 1 – 2 h vor Beginn) vor Ort bin und auch das es ausfallen kann oder wegen Überfüllung mir etwas anderes (in der Nähe) suche. Flexibilität hilft da sehr.
Und das ist wiederum auch das Schöne am Kirchentag: auf dem Weg zu Punkt B komme ich an Angeboten vorbei, die ich „mitnehmen“ kann und sich mein Tag spontan füllt.
Auch ist die Atmosphäre am Ort des Kirchentages einfach besonders: weil wir mit einem bestimmten Grundgedanken dort sind.
Und wenn dann noch der liebe Gott so ein trockenes und sonniges Wetter schenkt – welch eine Freude!
Voller Eindrücke von Gehörtem, Gesehenen, Erlebtem, Kennengelernten geht es zum Abschied: von meinen Gasteltern, von einer „neuen“ Stadt, von einem Kirchentag zum Abschlussgottesdienst.
Ohne viel Schlaf in den Bus = Heimkehr nach Hause = mit der Gewissheit der Vorfreude auf den nächsten Kirchentag (und beim Schreiben der letzten Worte
füllen sich meine Augen mit „Pippi“ = aus Dankbarkeit).
Mein Vorschlag für Sie:
machen Sie die Erfahrung – fahren Sie mit: um zu sagen, ja, das ist für mich ein besonderes Erlebnis, da möchte ich wieder mit oder nein, das gönne ich den anderen!

Herzlichst Ihre Sabine Roskosch